Nachtrag zum Tod von Nationaltorwart Robert Enke

Veröffentlicht auf von Onlinetherapeut

Eigentlich wollte ich es mit dem Artikel von gestern zum Tod unseres Nationaltorwartes belassen, aber ich komme nicht umhin, noch einen hinterher zu schieben.
Wie in manchen Foren der Tod des Robert Enke diskutiert und bewertet wird, ist ja zum Teil unterstes Niveau. Da spielen sich welche als Moralapostel gegenüber dem ehemaligen Nationaltorwart auf, obwohl sie in vielleicht noch nicht mal haben Fußball spielen sehen. Ich finde sowas einfach nur armselig.
Robert Enke hat sich halt für diesen Weg, aus dem Leben zu scheiden, entschieden. Deswegen haben wir nicht das Recht, über ihn zu urteilen, er habe sich aus seiner Verantwortung geschlichen usw.. Erstmal ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich, denn wer keine Verantwortung für sich selbst übernehmen kann, wie soll er dann für andere Verantwortung übernehmen?
Jetzt wissen wir ja, das Robert Enke sehr krank war und es ist überhaupt eine extrem starke Leistung, das er bis zu seinem letzten Tagen Profisport betrieben hat.
Sicher ist es erstmal hart zu hören, da hat sich einer das Leben genommen, obwohl er Frau und Kind hat. Aber woher wollen wir wissen, ob Robert Enke es nicht sogar gerade für die Frau und das Kind getan hat? Wissen wir nicht. Wir wissen gar nichts, selbst wenn ein Abschiedsbrief vorliegt, wissen wir nicht, wie es in ihm aussah und wie verzweifelt sein Kampf war, wissen wir auch nicht.
Wir sollten einfach akzeptieren, das Robert Enke diesen Weg für sich gewählt hat und ihn nicht verurteilen. Dieses Recht steht uns gar nicht zu.

Ruhe in Frieden Robert!      



Mehr zum Ableben von Robert Enke findet ihr hier: eurosport.yahoo.com

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Sabine 11/12/2009 10:09


Hallo Volker,
diesen Artikel finde ich sehr gut. Vielleicht hilft ja dieses Ereignis auch, die Menschen über die Krankheit Depression und ihre Folgen zu informieren und sie dafür zu sensibilisieren. Zumindest
den Teil der Bevölkerung, der ein bisschen über Bildzeitungsniveau hinaus kommt.
lg Sabine


Onlinetherapeut 11/13/2009 15:45


Danke Sabine. Wäre ja nur gut für die rund 4 Mio. an Depression erkrankten. Und das ist ja die offizielle Zahl. Möchte nicht wissen wie hoch die Dunkelziffer ist, da es sicher auch viele gibt, die
aus die verschiedensten Gründen keine ärzliche oder therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Wünsch dir ein schönes Wochenende. Liebe Grüße Volker


Ragnar und Angela 11/12/2009 08:35



Ja, Volker, da hast du recht. Finde ich auch. Allerdings muß man vielleicht auch sagen, da wird wegen einem Menschen, der wegen Depressionen und Problemen freiwillig aus dem Leben scheidet,
solche Wellen gemacht, Medien laufen auf Hochtouren, Foren werden geschaltet, Onlinekondulenzbücher werden programmiert und und und. Es war ein Sportler, ein Mensch, wie jeder andere auch.
Wieviele andere Menschen gehen diesen Weg, wo keiner darüber spricht, keiner sich solche oder solche Gedanken darüber macht.... Ich finde das wkl absolut übersteigert und auch einen, vielleicht
sogar von ihm wkl ungewolltem. Eindrang in ein Privatleben eines Menschen. Aus unserer Sicht völlig überzogen.


Aber deine Zeilen sind wirklich wahr und dies sehen wir genauso.


lg aus Löbau



Onlinetherapeut 11/13/2009 15:40


Es muß halt immer erst jemand Bekanntes betroffen sein, um auf bestimmte Dinge aufmerksam zu werden. Ja gut, das mit dem Rummel drum rum gehört halt bei jemandem der in der Öffentlichkeit steht
dazu. Schönes Wochenende wünsch ich euch. Liebe Grüße Volker


Juergen 11/11/2009 20:41



Ein sehr guter Beitrag von dir!!! Fehlt nur noch, dass die katholische Kirche dazu kommentiert. Das ist nicht in Ordnung. Enke hat seinen Weg gewählt.


 


 



Onlinetherapeut 11/11/2009 21:15


Danke Jürgen, brannte mir auf der Seele. LG Volker