Gestern war bei uns wieder Anreisetag von neuen Kurgästen.
Aus dem Gespräch mit einem Kurgast erfuhr ich was, sie so die nächsten drei Wochen unternehmen möchten und welche Beschwerden sie plagen. Unter anderen wollen sie schwimmen fahren. Da dies in der
Nordsee nicht ganz so einfach ist (EbbeFlut), suchten sie nach einem geeigneten Bad. Die Frau sagte dann, das sie eh nur Rückenschwimmen machen kann. Nichts gegen Rückenschmerzen, aber das warum
interessierte mich schon.
Brustschwimmen haben ihr die Ärzte nach einen Bandscheibenvorfall verboten. Auf die Frage wann dieser war, antwortete sie 1985.
Ein anderesmal kam eine Patientin zu mir und bewegte sich, als sei ihr die gesamte Wirbelsäule versteift worden. Auf die Frage nach ihren Beschwerden sagte sie, sie hatte einen
Bandscheibenvorfall. So, wie die gute Frau lief und sich bewegte, dachte ich es wäre soeben erst passiert. Aber auf die Frage des Wann? antwortete sie mir Anfang der 90er Jahre. Warum sie
sich so bewegt, wollte ich wissen. Tja, die Ärzte haben damals gesagt ich darf das nicht mehr und jenes nicht mehr... Man ist ja schon froh, dass sie noch atmen durfte.
Einer anderen Patientin wurden für die Zeit bis zu einer geplanten Arthroskopie am Knie Unterarmstützen verpasst, anstatt ihr Krankengymnastik zu verordnen, um etwas für ihre Muskulatur zu tun.
Bei solchen Aussagen neige ich dazu ein Magengeschwür zu bekommen.
Sicherlich gibt es gerade im Medizinsektor ständig neue Erkenntnisse. Aber mit diesen ständigen Verboten wird seitens der Ärzte und auch einiger Therapeuten immer noch viel zu viel gearbeitet.
Haben die kein Vertrauen in ihre Arbeit? Anstatt zu den Patienten zu sagen: Kräftigen sie ihre Muskulatur ordentlich und bewegen sie sich natürlich, dann können sie auch fast alles wieder
tun.
Sicherlich sollte man nach einem Bandscheibenvorfall nicht unbedingt zum Fallschirmspringen gehen, aber wenn einer vorher joggte, warum sollte er das, nach einem entsprechenden RehaProgramm,
nicht auch danach wieder tun?
Wieviele Sportler müssten ihre Laufbahn beenden, weil sie mal einen Bandscheibenvorfall oder auch andere schwerwiegende Verletzungen hatten?
Sollte man nicht den Betroffenen entscheiden lassen, wie er seine Zukunft nach so einem Vorfall gestalten möchte? Und vorallen Möglichkeiten nennen, um wieder ein "normales"
Leben, auch sportlich gesehen, führen kann.
Euer Senf