Das Gefühl des "Auseinanderbrechens"!
Immer mal wieder kommen Patienten zu mir Rückenschmerzen und geben an, sie haben das Gefühl auseinander zu brechen. Dabei
zeigen sie in die Region der Lendenwirbelsäule.
Nach der Befundung zu Beginn der Behandlung stellt sich oft eine Verkürzung der Hüftbeugemuskulatur heraus. Beim Befragen nennen viele die unmittelbare Zeit morgens vorm
Aufstehen, wo die Schmerzen am größten sind. Und obwohl sie nach etwas liegenbleiben würden treiben sie die Beschwerden aus dem Bett.
Nach einer kurzen Zeit mit etwas Bewegung geht es einigen dann auch relativ schnell wieder etwas besser.
Was geschieht in der Nacht?
Bei vielen Menschen ist die Hüftbeugemuskulatur aus den unterschiedlichsten Gründen
verkürzt.
Zu viel Sitzen auf der Arbeit, im Auto, abends vorm Fernseher und zu wenig Bewegung können zu dieser Verkürzung führen.
Auch Beschwerden in anderen Gelenken (Knie-,Hüftgelenk) lassen keine ausreichende Bewegung mehr zu.
Schonhaltungen verursachen ihr Übriges.
In der Nacht entspannt sich der Körper und damit auch unsere Muskulatur. Die verkürzte Hüftbeugemuskulatur zieht dann die Lendenwirbelsäule in Richtung Hohlkreuz. Die Beschwerden entstehen
also durch ein muskuläres Mißverhältnis im Bereich der Muskulatur des unteren Rückens.
Was kann man dagegen tun?
Lassen sie sich von ihrem Hausarzt Krankengymnastik verschreiben,
wenn schwerwiegendere Erkrankungen ausgesclossen werden konnten.
Bei sehr starken Schmerzen wende ich Techniken an um diese erstmal zu lindern (z.B. V-Spreiz-Technik aus
der CranioSacralen Therapie) oder andere Entspannungstechniken direkt im Gebiet der Schmerzen (meist
LWS-Bereich).
Danach beginne ich mit der Entspannung (Dehnung) der Hüftbeugemuskulatur. Diese bekommen die Patienten auch als erste Hausaufgabe mit nach Hause.
Oft ist an dieser Stelle der erste Behandlungstermin auch schon wieder vorbei (leider 20 min Takt).
Beim nächsten Termin schildern mir viele Patienten dass es schon besser wurde.
Neben der Dehnung der Hüftbeugemuskulatur ist es aber genau so wichtig die Muskulatur im Lendenwirbelsäulenbereich zu entspannen und die Bauch- und Gesässmuskulatur zu kräftigen um ein stabiles
Muskelkorsett für die Lendenwirbelsäule zu erhalten.
Zur Entspannung der Rückenmuskulatur kann man mit Massagetechniken arbeiten oder man lässt es den
Patienten aktiv machen, indem er seine Knie an den Bauch zieht, mit beiden Händen umschließt und auf der Wirbelsäule schaukelt. Vorrausetzung ist dafür ist aber immer die
Schmerzangabe des Patienten.
Anschließend kann man mit Übungen für den unteren Bauch beginnen, auch hier steht das befinden des Patienten wieder im Vordergrund.
Eine einfache Übung ist: Patient liegt auf dem Rücken, Beine sind angestellt, Fersen werden in die Unterlage gestemmt und die Lendenwirbelsäule wird mit Hilfe der Bauchmuskulatur auf die Unterlage
gedrückt (Bauchnabel Richtung Wirbelsäule ziehen). Dies kann man statisch oder dynamisch machen lassen.
Später löst der Patient dann seine Füße von der Unterlage, zieht die Knie Richtung Bauch und drückt jetzt die Lendenwirbelsäule nach unten.
Die folgende Übung ist eher etwas für fortgeschrittene Patienten. Ich erspare mir hier viel Text sonder zeige lieber die Fotos.
Ausgangsstellung:
Wichtig ist eine Spannung sowöhl im Rücken als auch im Bauch aufzubauen und diese auch zu halten.
Endstellung:

Im Gegensatz zur Ausgangsstellung werden in dieser Position lediglich die Knie 1-2cm vom Boden abgehoben.
Beim exakten Ausführen der Übung dürfte der Patient auch keine Beschwerden haben. Wenn sie spüren sie können die Spannung im Rumpf nicht halten, dann zurückgehen zur oben beschriebenen Übung.
Hier noch eine Möglichkeit für fittere Klienten:

Sie beginnen in der obigen Ausgangstellung, dann folgt Bild 2 und hier drücken sie sich,
ohne den Oberkörper zu verändern, durch ihre Arme und wieder zurück. Diese Übung können sie mehrmals hintereinander durchführen, je nach Fitnesszustand ihres Klienten.
Was kann man vorbeugend tun?
Damit es gar nicht erst zu Beschwerden kommt, kann man diese Übungen und oben beschriebenen Maßnahmen auch zur Vorsorge anwenden.
Es ist auch ratsam für Leute mit relativ bewegungsarmen Tagesabläufen (z.B. Tätigkeit im Büro) sich nach Möglichkeiten umzuschauen um dieses Manko etwas zu relativieren.
Man braucht sich nicht nach der Arbeit noch unbedingt stundenlang sportlich zu betätigen. Eine kleine abwechslungsreiche Gymnastik von 10-15 min mit ein bisschen Stretching abneds vorm Fernseher
ist oft ausreichend. Das jeden Tag ist besser, als sich einmal in der Woche die Seele aus dem Körper laufen.
In diesem Sinne viel Spass beim Üben.
Auch setze ich bei diesen Patienten gerne einen Schwungstab ein zum Training der rumpfstabilisierenden Muskulatur. Lesen sie dazu mehr auf der Seite
"Was ist Schwing dich fit!"?.
von Onlinetherapeut
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Euer Senf